Holz – konstruktiv gut geschützt für ein langes Leben

Holz ist beständig - für viele Generationen

Das Vorurteil, Holzbauteile seien weniger beständig als Massivbauten widerlegt sich von selbst. Schon ein Blick in historische Ortskerne, mit Jahrhunderte alten, heute noch bewohnten Fachwerkhäusern belegt das Gegenteil. Und wie war das noch gleich mit den steinzeitlichen Pfahlbauten von Uhldingen…?

Holz ist einer der ältesten Baustoffe der Welt und mit der richtigen Konstruktion werden Sie lange Freude an ihm haben.

Fachkundig geplant und gebaut kommt der moderne Holzhausbau in der Regel ohne chemischen Holzschutz aus. Wärme, Frost, Korrosion oder Lufschadstoffe können dem Holz nichts anhaben. Darum bedeutet Holzschutz im wesentlichen Schutz vor Feuchtigkeit.

Feuchtigkeit – Gefahr erkannt, Gefahr gebannt

Holz zersetzt sich in feuchtem Zustand, weil es den Nährboden bildet für holzzerstörende Pilze. Folglich muss Holz vor jeder Art dauernder Feuchte geschützt werden.

Auf folgende Feuchtquellen gilt es zu reagieren:

  • Niederschläge und Spritzwasser
  • aufsteigende Feuchte aus angrenzenden Bauteilen
  • Feuchte, die durch Nutzung im Haus ensteht
  • Tauwasser

Der beste Holzschutz ist konstruktiver Holzschutz

Alle Schutzmaßnahmen sind zuerst baulich-konstruktiver Art und vermeiden Feuchte, bzw. lassen sie rasch austrockenen. Chemischer Holzschutz ist im Bedarfsfall lediglich als Ergänzung zu sehen.

Konstruktive Schutzmaßnahmen gegen Spritzwasser und Schlagregen sind beispielsweise ausreichend große Dachüberstände und ein gebührender Abstand der Holzbauteile zum Erdreich. Die Adeckung von Hirnholzflächen ist ebenso selbstverständlich, wie ein schneller Wasserablauf von Bauteiloberflächen und die Vermeidung ungeschützer horizontaler Flächen.

Aufsteigende Feuchte z.B. aus Bodenplatte, Fundamenten oder Mauerwerk wird durch isolierende Zwischenschichten verhindert.

Nutzungsbedingter Feuchte und Tauwasser wird durch den korrekten mehrschaligen Wandaufbau begegnet. s. auch Feuchteschutz.

Fast alle Hölzer können baulich-konstruktiv geschützt werden. Wo diese Maßnahmen nicht ausreichend greifen kann Holz mit höherer natürlicher Dauerhaftigkeit eingesetzt werden. (siehe Tabelle unten)

Nur ergänzend: chemischer Holzschutz

Erst wenn alle baulich-konstruktiven Maßnahmen ausgeschöpft sind, kann ergänzend zu chemischem Holzschutz gegriffen werden. Dieser sollte in jedem Fall nach Herstellervorschrift sachgemäß eingebracht werden.

Die vielfach geäußerte Ansicht, chemischer Holzschutz von tragenden Bauteilen sei baurechtlich gefordert ist falsch. Holzschutz ist primär konstruktiv!

Beanspruchung des Holzes Gefährdungsklasse
nach DIN 68800
ohne weitere chemische Behandlung zu verwenden
innen verbautes Holz, ständig trocken 0 Nadelhölzer wie Fichte, Tanne, Lärche
ausreichender konstruktiver Holzschutz nach DIN 68800 Teil 2 0 Nadelhölzer wie Fichte, Tanne, Lärche
vorübergehende Befeuchtung 2 splintfreies Kernholz
z.B. Douglasie oder Lärche
der Witterung oder Kondensation ausgesetzt, ohne Erdkontakt 2 splintfreies Kernholz
z.B. Eiche oder Robinie