Eigenleistung - Der Holzbau bietet ein breites Betätigungsfeld für Bauherren

Richtig sparen durch Eigenleistung

Bauen und modernisieren in Holzbauweise bietet Bauherren mit handwerklichem Geschick ein breites Feld an Betätigungsmöglichkeiten. Je nachdem, ob nur ab und zu ein Samstag zur Verfügung steht, der Jahresurlaub eingesetzt werden soll oder sogar längere Zeiträume zur Disposition stehen, kann hier echtes Geld gespart werden.

Nicht ohne den Fachmann

Dabei sollten alle Arbeiten mit Architekt und Handwerkern geplant und besprochen sein, um hier durch unsachgemäße Ausführung oder ungeeignete Materialien keine Fehler zu machen – oft entstehen allein durch die falsche Reihenfolge, in der Arbeiten angegangen werden, unnötige Mehrkosten. Wo gar durch Unkenntnis der bauphysikalischen Zusammenhänge die Funktion der Gebäudehülle geschwächt wird, ist das mit viel Schweiß eingesparte Geld schnell wieder ‚verheizt’.

Arbeiten an sicherheitsrelevanten Bauteilen und Installationen, wie etwa Elektrik, Heizung und wasserführende Leitungen, sollten in den Händen von Fachleuten bleiben.

Möglichkeiten und Grenzen der Eigenleistung – Die Erfahrungen eines Bauherren

Einige Jahre nach dem Bau seines Holzhauses konnten wir mit dem Bauherren über seine Erfahrungen sprechen.

Werkhaus: Sie haben im Jahr 2002 mit uns ein Holzrahmenhaus gebaut. Wie geht es Ihnen heute damit? Würden Sie sich wieder für ein Holzhaus entscheiden, wenn Sie nocheinmal bauen würden?
Bauherr: Auf jeden Fall! Etwas anderes käme überhaupt nicht in Frage. Ich habe mich vom ersten Moment an absolut wohl gefühlt. Sobald die Fenster im Rohbau waren, herrschte ein wunderbares Raumklima – und das blieb so, im Sommer wie im Winter. Eine große Freude bedeutet mir immer die jährliche Heizkostenabrechnung – sie ist so schön niedrig!!

Werkhaus: Das freut uns zu hören! Wenn Sie an die Bauphase denken, welche Vorteile sehen Sie da im Holzbau?
Bauherr: Mich hat die extrem kurze Bauzeit beeindruckt. Innerhalb von 2 Tagen war der Rohbau wetterdicht und die entstandenen Innenräume waren vom ersten Tag an trocken. Für mich waren auch die Möglichkeiten an Eigenleistungen sehr wichtig. Ich bin beruflich viel unterwegs, aber dafür hatte ich auch immer wieder ganze Zeitblöcke, die ich weitgehend dem Bau widmen konnte.

Werkhaus: Welche Eigenleistungen haben Sie erbracht? Können Sie das etwas genauer beschreiben?
Bauherr: Das gibt jetzt eine längere Aufzählung!

  • Ich habe den kompletten Anstrich der Fassade in Eigenleistung erbracht. Also vor der Montage habe ich alle Bretter grundiert und den 1. Farbauftrag angebracht. Den 2. Farbauftrag habe ich dann an der montierten Fassade nach Abschluss der Außenarbeiten ausgeführt. So konnten kleine Schäden, die während der Bauzeit entstanden sind, gleich ausgebessert werden.
  • Die Innenwandverkleidung mit Fermacell-Platten habe ich vom Fachmann ausführen lassen. Ich wollte sichergehen, dass alle Verklebungen einwandfrei sind. Es hat sich auch gezeigt, dass der Fachmann, einfach den besseren Blick hat, wenn es darum geht, das Material optimal auszunutzen. Ich hätte sicher viel zu lange gebraucht und unnötig viel Material verschnitten. Dann jedoch kam meine Stunde: Ich habe alle Stöße verspachtelt und die Wände verputzt.
  • Ein weiteres großes Einsatzgebiet für mich waren die Holzfußböden. Von der Unterkonstruktion über die Schüttdämmung bis zum Verlegen des Parketts und der Endbehandlung durch Öle und Wachse habe ich alles selber machen können.
  • In Bad und Gästetoilette habe ich die Leitungen für Wasser-, Abwasser und Heizung vom Sanitärfachmann verlegen lassen. Aber den kompletten Innenausbau habe ich dann wieder selber gemacht.
  • Ich habe auch alle Türen selber gesetzt Für die Treppe habe ich eine Grundkonstruktion vom Schlosser anfertigen lassen. Eigenleistung waren dann wieder der Anstrich der Stahlkonstruktion, der Belag der Stufen mit Multiplexplatten und das Geländer, welches es als Fertigsystem im Baumarkt gab.
  • Im Außenbereich kam dann später noch die Terrasse hinzu: Punktfundamente, Unterkonstruktion und Belag waren nach den vielen Erfahrungen, die ich bis dahin gesammelt hatte, eine Kleinigkeit.

Werkhaus: Sie haben wirklich Erstaunliches geleistet und zu den Ergebnissen können wir Ihnen nur gratulieren.
Bauherr: Vielen Dank. Ja, ich bin auch stolz darauf. Und wissen Sie, was das Schöne ist: Wenn man vieles selber macht, sich durch so manche Probleme beißt, Erfolge aber auch Mißerfolge hat, dann identifiziert man sich sehr mit dem eigenen Haus, schätzt und genießt alles sehr viel bewußter.